Leadership ist ein vielfach missbrauchtes Wort. Geradezu ein Schlagwort, was mich stets stutzig macht und tief Luft holen lässt.

Der Missbrauch hält uns nicht davon ab, das Wort prominent zu gebrauchen. Es drückt aus, was hervorragende Leistung von Mittelmässigkeit trennt. Wir unterscheiden nach Leadership der Person und der Organisation.

Persönliche Leadership versöhnt Organisationen mit den unausweichlichen Veränderungen, die den Dingen inhärent sind. Alles verändert sich, nichts steht still. Die einen Dinge unendlich langsam, andere rasend schnell. Die einen kontinuierlich, andere plötzlich. Persönliche Leadership befähigt Menschen, Veränderungen als Normalfall zu sehen und Stillstand als Ungenügen zu qualifizieren. Aus Sicht der Leadership besteht Beständigkeit in der nimmermüden Veränderung, Verbesserung und Neuschöpfung von Prozessen und Leistungen.

Die Leadership der Organisation schafft innovative Leistungen. Das bedingt einen kreativen Geist in der Organisation. Er fügt bestehende Teile zu neuen Formen und Funktionen. Manchmal zu etwas ganz Neuem, dass es so noch nie gegeben hat. Dennoch können wir getrost davon Abstand nehmen, dass es möglich ist, Dinge aus dem Nichts neu zu schaffen. Jedes Neuschaffen gründet in Vorhandenem. Dass dieses Vorhandene anders und kreativ gesehen wird, ist dem innovativen Geist vorbehalten. Er ist nicht durch die bestehende Form und Funktion behindert. Ihm ist es möglich, Dinge mit dem Geist des Anfängers zu sehen. Er weiss nicht was er vor sich hat. Dieser unverdorbene Geist ist das Nichts, aus dem ganz Neues entsteht.

Etwas salopp formuliert, wirkt die Leadership der Organisation nach aussen in die Welt, die persönliche nach innen in die Organisation. Eines ist gewiss, die eine gibt es nicht ohne die andere.