Oft werde ich gefragt:”Was ist ein Geschäftsmodell?” Nun, jedes Geschäft hat ein Modell, egal ob dieses formuliert wurde oder nicht. Es hat eigene Motive und seine Art des Benehmens. Wie immer diese kulturellen Momente beschaffen sind, sie zu beschreiben, ist die Aufgabe des Geschäftsmodells.

Geschäftsmodelle reduzieren das Geschäft auf existenzielle Aspekte. Wobei die Abstraktion die Sicht der Verfasser darstellt. Ein Unternehmen selber hat keine Worte. Die Menschen im Unternehmen machen das Unternehmen lebendig und hauchen ihm die Seele ein. Aus einem redlich verfassten Geschäftsmodell, auch wenn es eher nüchtern daherkommt, werden Engagement, Wille zum Erfolg und die Hinwendung zu Gutem und Besserem spürbar. Das Geschäftsmodell ist ein Spiegel der Verfasser und ihres Wollen und Tun.

Die Verfasser stellen mit dem Modell sicher, dass sie das eigene Geschäft verstehen. Dass sie wissen, warum und wozu sie das Geschäft betreiben, auf wen oder was es gerichtet ist, und wann und wo die relevanten Handlungen stattfinden, welche die Existenz begründen und sichern. Im Idealfall können sie das Wesen des Geschäfts mit einer Metapher ausdrücken.

Ein Geschäftsmodell entwickeln ist vielversprechend. Wer es tut, lernt einiges über sich selber und viel über das eigene Geschäft. Es ist erstaunlich, wie transparent das eigene Geschäft gerät, sobald es auf seine wesentlichen Elemente reduziert wird, und wenn diese im Einklang mit dem eigenen Funktionieren sind. Dabei kann klar werden, ob das Modell noch taugt und in die Zukunft trägt. Oder ob man besser daran geht, sich wirkungsvoller aufzustellen.

Übrigens, das Wie, wie tut man, was man tut, wird in einem Geschäftsmodell nicht berührt. Wie-Fragen und Antworten sind Sache der Strategie.

Geschäftsmodelle sind nicht auf Unternehmen beschränkt. Auch ein Spital, eine Universität, eine NGO oder jede andere denkbare Entität kann ihren existenziellen Beweggrund und Pragmatismus in einem Modell festhalten.

Wie gesagt, das Geschäftsmodell reduziert die Wirklichkeit einer Entität auf wenige, existenzielle Merkmale. Die Beschreiber des Modells erachten diese Merkmale als substanziell. Es sind die relevanten Pflöcke, die das Geschäft begründen, es tragen und aufrecht halten, sturmresistent machen und sicher stellen, dass die Entität sichtbaren und unsichtbaren Veränderungen folgen kann oder sie sogar prägt.

In der Regel fasst eine bildhafte Aussage das Wesen des Geschäfts in einen metaphoren Satz. Dieser wird durch relevante Attribute unterstrichen. Und pragmatische Aussagen über Warum und Wozu, Wen oder Was, Wo und Wann schaffen die solide Grundlage für die Handlungen.

Für unsere Geschäftsmodelle folgen wir einem Raster aus Sphären, Pull und Push. Das sind drei technische Aspekte, in die wir relevante Aussagen zu Warum und Wozu, Wen oder Was, Wo und Wann ordnen. Doch erst der Mythos macht ein Geschäft langfristig erfolgreich, er ist das wirklich innovative Moment und auch die Metaebene zu Sphären, Pull und Push. Ist der Mythos glücklich gegründet, wird er in eine Metapher gefasst, die das Wesen des Geschäfts impliziert.

Ich werde den Aufbau eines Geschäftsmodells in unserem Blog ausführlich in mehreren Beiträgen würdigen. Seien Sie geduldig und geben Sie mir Zeit dazu.