Globalisierung ist logisch. Es ist die konsequente dem Leben inneliegende Entwicklung. Sie ist aus der Geschichte der Menschheit abzulesen. Von der Familie zum Clan, zur Nation, zu vereinten Staaten und letztlich zur Welt haben wir Menschen uns immer zu grösseren Einheiten verbunden. Dem Leben inhärente Veränderungen wie diese lassen sich nicht aufhalten. Sie lassen sich anhalten, schwerlich jedoch umkehren. Globalisierung ist nach meiner Sicht eine grundlegende Veränderung, sie ist dem Leben eingeboren.

Jede Bewegung hat eine komplementäre Schwester oder einen solchen Bruder. Quasi eine ausgleichende Geste und Versöhnung. Die Globalisierung fördert eine Bewegung, die ich Zurück-zu-den-Wurzeln nenne. Es ist das Bewusstwerden eigener Werte und ureigener Verbundenheit und Herkunft. Ein Wissen um die Wurzeln, das auch die Blätter kennt. Es ist das Hinausgehen in die Welt, sich verändern und dabei Eigenheit und Ursprünglichkeit bewahren. Man ist bei sich selber zuhause und steht auf beiden Beinen, wo immer man gerade ist, und was immer man tut. In Denken, Fühlen und Handeln beweist sich die Verschiedenheit und Eigenheit von Menschen, Geschäften, Unternehmen und Nationen. Die eigene Kultur, der eigene Charakter, die Verbundenheit, das Anderssein sind massgebend. Aber auch die Fähigkeit, sich zu verändern und zu wachsen.

Dass sich im Trend Zurück-zu-den-Wurzeln extreme Bewegungen einstellen, ist nicht zu verhindern. Dass sich Abkapselungen, Stillstand und Rückzüge ergeben ist vorübergehend und hat wenig nachhaltigen Bestand. Das Allgemeine zeitigt stets auch Besonderes. Entscheidend ist unser Wahrnehmen der Bewegungen und das Erkennen ihrer Gestalt und Funktion. Transparenz über den Lauf der Welt und der Dinge vermindert die Chancen der Fallensteller und Musikanten. Ihre Wirkung bleibt eingeschränkt.

Im Südwesten von Irland gibt es eine Halbinsel mit dem Namen Sheep’s Head. Kilcrohane ist ein kleines Dorf auf der Südseite der schmalen Landzunge. Der Besitzer des “Drugstores” setzt eine heimische Tradition des Schreibens und Philosophierens fort. Jeden Tag bringt er einen Gedanken auf der schwarzen Tafel ausserhalb des Ladens zum Besten. Diese Lesen sich so: “A friend of mine once sent me a postcard with the picture of the entire planet earth taken from space. On the back it said, ‘Wish you were here’.”